Zürichs bunteste Tradition - Das Sechseläuten Stadt Zürich 28.04.2025
Jedes Jahr im April erwacht Zürich zu einer ganz besonderen Tradition: Das Sechseläuten kündigt lautstark und farbenprächtig den Frühling und das Ende der kalten Jahreszeit an. Dieses bekannte Volksfest begeistert sowohl Zürcherinnen und Zürcher als auch Besucher aus nah und fern. Im Mittelpunkt steht dabei der legendäre „Böögg“, ein riesiger Schneemann, dessen Verbrennung symbolisch den Winter vertreibt.
Woher stammt das Sechseläuten?
Die Ursprünge dieses einzigartigen Festes reichen bis ins Mittelalter zurück. Einst wurde damit die Verlängerung der täglichen Arbeitszeit eingeläutet – denn mit den länger werdenden Tagen arbeiteten die Handwerker fortan bis 18 Uhr anstatt bis 17 Uhr. Diese Veränderung wurde traditionell mit dem Läuten der Glocken („Sechseläuten“) angezeigt. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte das heutige Zunftfest, das die reiche Tradition der Zürcher Zünfte feiert.
Bunte Umzüge und lebendige Traditionen
Das Sechseläuten erstreckt sich über zwei Tage und beginnt bereits am Sonntag mit einem fröhlichen Kinderumzug. Tausende Schulkinder ziehen in farbenprächtigen Trachten durch die Strassen Zürichs, begleitet von festlicher Musik und grossem Applaus.
Am darauffolgenden Montag folgt dann der grosse Auftritt der traditionsreichen Zürcher Zünfte. Prächtige Uniformen, elegante Pferde, historische Kutschen und zahlreiche Musikkapellen verwandeln Zürich in eine beeindruckende Kulisse voller Farben und Geschichte. Zu den bekanntesten Zünften gehören beispielsweise die Zunft zur Meisen, Zunft zur Waag, Zunft zur Zimmerleuten, Zunft zum Rüden und Zunft zur Schneidern, deren Zunfthäuser, wie beispielsweise das Zunfthaus zur Waag, Zunfthaus zur Haue auch heute noch prächtige Wahrzeichen der Stadt sind.
Der Höhepunkt: Die Verbrennung des Böögg
Am frühen Abend richtet sich die Aufmerksamkeit auf den Sechseläutenplatz beim Opernhaus Zürich. Hier wird um Punkt 18 Uhr der riesige Böögg auf einem hohen Holzstapel entzündet. Dieses spektakuläre Ereignis zieht jedes Jahr Tausende Besucher an, denn die Zeit bis zur Explosion des Böögg-Kopfes gilt als spielerische Wettervorhersage für den kommenden Sommer: Je kürzer diese Zeit, desto schöner und wärmer soll der Sommer werden.
Die Brenndauer schwankt dabei erheblich: Während der Böögg 2023 ganze 57 Minuten lang brannte – was eher einen durchwachsenen Sommer versprach –, dauerte es 2021 nur knapp 13 Minuten, bis der Kopf explodierte, und damit auf schönes Wetter hoffen liess.
Ein Fest für alle Sinne
Neben dem Hauptprogramm warten während der Festtage viele weitere Attraktionen auf die Besucher. Auf dem Lindenhof präsentiert sich jährlich ein wechselnder Gastkanton mit kulinarischen Spezialitäten und kulturellen Highlights. Diese Tradition stärkt die Verbundenheit Zürichs mit den anderen Kantonen der Schweiz und bringt zusätzliche Abwechslung in das ohnehin schon vielfältige Festprogramm.
Kuriositäten rund ums Sechseläuten
Im Laufe der langen Geschichte kam es immer wieder zu kuriosen Zwischenfällen: Der Böögg stürzte mehrfach vom Stapel oder fiel, wie 1944, sogar ins Wasser des Zürichsees. 2006 wurde der Böögg gar vorübergehend entwendet und 2024 musste die Verbrennung wegen starken Windes erstmals ausfallen.
Fakten zum Abschluss
Der Böögg misst stolze 3,40 Meter und wiegt rund 100 kg.
Jährlich strömen bis zu 10'000 Menschen zum Sechseläutenplatz.
Zürich zählt etwa 430'000 Einwohner und beherbergt insgesamt 26 traditionelle Zünfte.
Das Sechseläuten ist weit mehr als nur ein Frühlingsfest. Es ist Ausdruck Zürcher Identität, eine Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart und definitiv einen Besuch wert! Sehen Sie hier weitere Events im Kanton Zürich.
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